Landesgruppe Bayern / Baden-Württemberg


Aktivitäten

16.09.2016
3. Mitgliederversammlung der Landesgruppe Bayern und Baden-Württemberg
im Bauarchiv des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege im Kloster Thierhaupten

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23. und 24.06.2016
Restauratorentreffen der Landesgruppe Bayern und Baden-Württemberg in Waldsasse und Wunsiedel in Oberfranken

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27.06.2014
Exkursion der Ländergruppe Bayern/Baden-Würtemberg am 27. Juni 2014 unter der Leitung unseres Kollegen Eberhard Ludwig.

Reisen bildet. Diese Binsenweisheit sollte sich auf unserer Exkursion am 27. Juni gleich in dreifacher Hinsicht bestätigen. Was bedeutet Metamerie? Wie funktioniert eine Feuervergoldung? Und wie wohnt es sich in einem Schloss?


Schloss Syrgenstein

Doch der Reihe nach. Die Teilnehmer, Kolleginnen und Kollegen unseres Vereins sowie einige Restauratoren in Ausbildung als Gäste, trafen sich um 9 Uhr in der Farbmühle Kremer in Aichstetten Dr. Georg Kremer, Inhaber der Farbmühle, hielt für uns einen einführenden Vortrag über seine Firma, die er 1977 gegründet hat. Den Anstoß dazu erhielt der diplomierte Chemiker durch Anfragen von Künstlern und Restauratoren nach historischen Pigmenten, die im Zuge der Industrialisierung nicht mehr hergestellt wurden. In seinen Ausführungen ging Kremer auch auf die verschiedenen Möglichkeiten ein, die Farben graphisch darzustellen, unter anderem mit Farbkreisen oder 3D-Modellen. Der Vorteil bei der Herstellung von reinen Pigmenten liegt seiner Meinung nach in der größeren Brillanz der Farben. Mischtöne, wie von der Industrie angeboten, seien meist aus verschiedenen Pigmenten zusammengesetzt und vergrauen, verlieren an Klarheit.

Eindrucksvoll demonstrierte er uns einen Effekt, den die Wissenschaft Metamerie nennt. Dazu ließ Dr. Kremer ein Pigment im Raum unterschiedlich beleuchten. Je nach Lichteinfall und Schatten wechselte der Ton der Farbe. Der beobachtete Farbton ändert sich also für das Auge des Betrachters in Abhängigkeit von der Beleuchtung.


Dr. Kremer bei seinem Spannenden Vortrag

Es folgte eine Führung durch Produktions- und Lagerräume. Wir bestaunten Mörser, Siebe und Kugelmühlen in unterschiedlichsten Ausführungen. Schließlich war noch Zeit im Laden einzukaufen. Nach dem Mittagessen im Gasthaus Krone in Maierhöfen fuhren wir zur Werkstatt des Kollegen Dirk Meyer.


Dirk Meyer erklärt die Feuervergoldung

Meyer, der seit 2008 im Allgäu lebt und arbeitet, hat in Maierhöfen sein Atelier für Feuervergoldung. Er ist Goldschmiedemeister und geprüfter Restaurator im Gold- und Silberschmiedehandwerk. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit der Technik des Feuervergoldens. Diese Art der Vergoldung, so Meyer, wurde bereits in der Antike angewandt und erreichte ihre Blüte in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert. Dazu wird aus Quecksilber und Gold eine Legierung, das sogenannte Goldamalgam, hergestellt – eine ähnliche Legierung, allerdings aus Silber und Quecksilber, steckt auch in so manchem Zahn als Füllung!

Bei Raumtemperatur ist das Amalgam eine teigartige Masse und kann so verarbeitet werden. Das zu vergoldende Werkstück wird entfettet und verquickt, das heißt die Fläche wird für das Amalgam mit einer Säurelösung vorbehandelt. Das Amalgam wird aufgestrichen und mit einem Bunsenbrenner abgeraucht. Bei etwa 3200C verdampft das Quecksilber und zurück bleibt eine matte, fest haftende Goldauflage, die noch poliert werden kann.

All diese Schritte erklärte uns Kollege Meyer ausführlich und führte sie auch vor. Da Quecksilber sehr giftig ist, arbeitete er in einem, von ihm entwickelten, geschlossenem System, welches verhindert, dass die Dämpfe entweichen können.
Zu sehen ist seine Arbeit im Internet unter http://www.youtube.com/watch?v=qOgDEGeN1J0 (zur Suche „ Die Feuervergoldung“ eingeben).

Mit dem dritten und letzten Programmpunkt des Tages überraschte uns Kollege Ludwig. Durch seine guten Kontakte ermöglichte er eine exklusive Besichtigung des Schlosses Syrgenstein. Schlossherr Nikolaus Graf von Waldburg-Zeil führte uns persönlich durch das Anwesen.

Erbaut auf einem Nagelfluhfelsen im Jahre 1496 steht es über dem linken Ufer der Oberen Argen. Vom Innenhof zum Dachboden und zurück gingen wir und staunten über das Baudenkmal, die Ausstattung und die Anekdoten des Schlossherren. Dabei erfuhren wir, was es heißt, ein Schloss instand zu halten und zu bewohnen Das Begehen der Treppen erfolgte auf eigene Gefahr. Verständlich, wenn man bedenkt, wie viele Füße schon im Laufe der Jahrhunderte über diese Stufen gegangen sind. Abgetreten und von unterschiedlicher Steighöhe hätten sie sicher auch einige Geschichten zu erzählen.

Gegen 18 Uhr verabschiedeten wir uns von Graf Waldburg-Zeil, bedankten uns bei Eberhard Ludwig für die gelungene Exkursion und traten die Heimreise an.

Aufgrund der großen Nachfrage wird die Veranstaltung voraussichtlich im Herbst wiederholt. Die Kontaktadresse für die Anmeldung ist:
Eberhard Ludwig, ebanquan@arcor.de

Günter Höck
Stuckgeschäft Günter Höck
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